Alpen-Karpaten-Korridor
Lebensraumvernetzung in grenzüberschreitenden ETZ-Projekt Österreich und der Slowakei.
Der Alpen-Karpaten-Korridor verbindet Europas größte Gebirgszüge – die Alpen und Karpaten, die zu den vielfältigsten Ökoregionen der Welt gehören. Er ist einer der hochrangigsten traditionellen Wanderrouten zahlreicher Wildtiere, darunter Arten mit großen Raumansprüchen, wie Hirsch und Luchs. Im Raum zwischen Bratislava, Sopron und Wien verläuft er durch eine der wirtschaftlich dynamischsten Regionen Europas - eine intensive Raumnutzung, hochrangige Straßen und Siedlungsgebiete aber auch intensive landwirtschaftliche Nutzung haben die Funktion des Korridors deutlich beeinträchtigt.
In einem grenzüberschreitenden, aus EU-Mitteln unterstützen Projekt wollen daher Naturschutz und Raumplanung in Österreich und der Slowakei, gemeinsam mit Partnern wie Verkehr, Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Tourismus, vor allem aber auch mit den beteiligten Gemeinden konkrete Maßnahmen für die Sicherung der Lebensraumvernetzung definieren und modellhaft umsetzen.
Grundlagen
In einem ersten Schritt werden anwendungsorientierte Grundlagen über Bedeutung und genauen Verlauf und Engstellen des Korridors erarbeitet. Als wichtiger Beitrag zur Sicherung des Alpen-Karpaten-Korridors wird ein Memorandum of Understanding unterzeichnet.
Durch eine dem Wanderungsverhalten der Wildtiere entsprechende Platzierung von Autobahn-Grünbrücken soll der Alpen-Karpaten-Korridor wieder „durchlässiger“ gemacht werden. Damit kann in Zukunft die wildökologische Population durch einen größtmöglichen genetischen Austausch verbessert.
Naturschutz auf europäischem Format. „Dieses Projekt ist ein deutliches Bekenntnis Niederösterreichs zur Umsetzung internationaler Naturschutz-Vereinbarungen“, streicht Landesrat Dr. Stephan Pernkopf bei der offiziellen Auftaktveranstaltung des Projekts am 18. Februar 2010 in Schloss Orth an der Donau hervor. Der Alpen-Karpaten-Korridor unterstützt die Ziele der Alpenkonvention, der Bonner Konvention über die Erhaltung der wandernden, wildlebenden Tierarten und nicht zuletzt die Biodiversitätskonvention zur Sicherung der biologischen Vielfalt.
Erste Ergebnisse über den Korridor stehen Ende 2010 fest. Mit dem Bau einer Grünbrücke kann dann als einer der ersten Umsetzungsschritte begonnen werden.
ETZ Projekt Österreich - Slowakei
Lead Partner: Naturschutzabteilung der NÖ Landesregierung
Projektkoordination AT: Weinviertel Management
Projektkoordination SK: DAPHNE
Projektpartner:
Universität für Bodenkultur
Die slowakische Naturschutzorganisation Štátna ochrana prírody Slovenskej republiky
Der Umweltverband WWF
Autobahngesellschaft ASFINAG
Autobahngesellschaft NDS a.s.
UNEP - Interimistische Sekretariat der Karpaten Konvention
Projektgesamtkosten: 965.650 €
Laufzeit: Dezember 2008 - Juni 2012
(Kopie 2)
[Translate to Slowakisch:] Umsetzung und Implementierung in der Centrope-Region
Mit der Grundlagenarbeit im Projekt „Der Alpen-Karpaten-Korridor –Grundlagen“ liegt erstmals eine fundierte Basis für die Umsetzung von Maßnahmen vor. Diese sollen in den zentralen Bereichen Habitatmanagement, Raumplanung und Bewusstseinsbildung angewandt werden. Das Projekt ist eine logische Fortsetzung bestehender Konzepte und schafft gleichzeitig Praxiserfahrung für die Anwendung über das Projekt hinaus.
Eine Herausforderung für die Regionalplanung: Bei der Erhaltung des Alpen-Karpaten-Korridors kommt auf die Regionalplanung in Niederösterreich eine große Herausforderung zu. Es gilt, das Wissen um diesen Wildtierwanderkorridor in den Regionalen und Örtlichen Raumordnungsprogrammen zu berücksichtigen und die Migrationsachsen für die Wildtierwanderung mit anderen Interessen der Raumnutzung abzustimmen.
Die Erhaltung und Schaffung geeigneter Landschaftsstrukturen ermöglicht eine wieder durchgehende Lebensraumvernetzung im Alpen-Karpaten-Korridor. Dabei wird gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung des menschlichen Lebens- und Erholungsraumes unterstützt.
Wissen über die hohe Bedeutung der Lebensraumvernetzung wird mittels Schulmaterialien und speziellen Exkursionsprogrammen in den Schutzgebieten innerhalb des Korridors (Donauauen, March, Zahorie) an alle Interessierten vermittelt.
Das Projekt findet internationale Resonanz wie z.B. im Rahmen der Europäischen Donauraumstrategie und kooperiert mit anderen Vernetzungsprojekten, wie jenen der Alpenkonvention.
Projektinfo:
ETZ Projekt Österreich - Slowakei
Lead Partner: Naturschutzabteilung der NÖ Landesregierung
Projektpartner:
Das Weinviertel Management ist mit der operativen Projektleitung betraut.
Auf slowakischer Seite koordiniert DAPHNE das Projekt.
Die Technische Universität Bratislava Slovenská technická univerzita v Bratislave
Universität für Bodenkultur
Die slowakische Naturschutzorganisation Štátna ochrana prírody Slovenskej republiky
Der Nationalpark Donau-Auen
Der Umweltverband WWF
NÖ Stadterneuerung, NÖ Kulturvernetzung
Projektgesamtkosten: 886.810 €
Laufzeit: September 2009 – Juni 2012
Ansprechpartner:
DI Sylvia Hysek
Projektmamagement











